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Selbstliebe ist keine rosa Wohlfühlbubble

Selbstliebe ist wütend und aggressiv. Selbstliebe ist radikal.

Ich bin mir sicher, erst wenn wir Frauen anfangen unsere Wut zu spüren und zum Ausdruck bringen, wird sich diese Welt zu einem ausgeglicheren Ort verändern.

Wir sind so sehr an männliche Dominanz, Überheblichkeit und Gewalt gewöhnt, dass wir Frauen wie auf Eiern durch die Welt schleichen und uns in „rosaglitzer“ Manier benehmen. Besonders deutlich wird das in der wattig-beigen Wohlfühlbubble auf Social Media-Kanälen wie Instagram.

Wir Frauen machen den Mund nicht auf. Wir flüstern. Wir entschuldigen uns. Wir spielen runter, was wir im Innern wissen. Wir machen uns klein und ziehen uns in die Unsichtbarkeit zurück.

Denn Wut wurde uns in der Kindheit abgewöhnt, sodass wir sie meist noch nicht einmal spüren. Wir trennen unsere Wut von uns ab und damit auch unsere Lebensenergie und Inspiration. Denn:

1. Wir haben Angst für unsere Wut verachtet zu werden

2. Wir haben Angst für unsere Wut bestraft zu werden

Ich gehe davon aus, dass jede Frau in ihrem Leben Erfahrungen mit männlicher Erniedrigung und Gewalt (nicht immer physisch) macht. Gleichzeitig sitzt unsere Panik vor Liebesentzug tief, denn diesen haben wir in unserer Kindheit tatsächlich erfahren, wenn wir wütend waren und Wut gezeigt haben.

Mich hat in meiner Jugend einmal ein Physiklehrer auf dem Gymnasium als „schwarzen Teufel“ bezeichnet und mir ins Gesicht geworfen, mir würde der Vater fehlen. Diese Sätze haben mich bis ins Mark getroffen und unbewusst für die nächsten Jahrzehnte geprägt.

Er hat mit seinen verachtenden Aussagen gleich zwei Wunden berührt: als nicht „echt deutsch“ aussehende Vierzehnjährige, die ihre blonden und blauäugigen Freundinnen teilweise beneidete, hätte mich die Bezeichnung „schwarzer Teufel“ nicht mehr treffen können. Getroffen hat auch der Verweis auf meinen Vater, denn jeder Tochter einer alleinerziehenden Mutter fehlt der Vater tatsächlich schmerzlich.

Heute weiß ich, dass es Ausdruck männlicher Dominanz und Gewalt waren, gegenüber einer vierzehnjährigen Schülerin, die sich nicht in die Erwartungen an ihr weibliches Selbst einpassen wollte. Der Verweis auf den Vater, der das Mädchen “im Griff haben” soll, macht sein patriarchal geprägtes, verachtendes Weltbild besonders deutlich.

Heute begrüße ich den „schwarzen Teufel“ in mir als Teil meiner weiblichen Lebenskraft. Ich bin oftmals mit Freude „teuflisch“ und „dunkel“. Denn meine „psychische Dunkelheit“ schenkt mir Weisheit und Kraft. Sie ist die Grundlage und Voraussetzung alles Hellen und Fröhlichen in meiner weiblichen Natur.

Wut ist gesund. Diese Welt braucht genau diese dunkle Seite an uns Frauen und nicht unsere blutarme, angstvolle Leblosigkeit.

Wir werden von Kindesbeinen an ruhig gestellt – physisch, psychisch, emotional und spirituell betäubt – als süße Prinzessinnen, die andauernd liebevoll sein müssen und höchstens einmal weinen, weil der Prinz sie immer noch nicht in sein Schloss geholt hat.

Aber sei vorsichtig, denn wenn du an deine Wut endlich herankommst, wird sich deine innere Kraft ins Unermessliche steigern und gleichzeitig wirst du schlagartig mit all deinen Lebenserfahrungen von Erniedrigung und Gewalt konfrontiert.

Du wirst die Welt mit anderen Augen sehen – als das, was sie wirklich ist. Du wirst dein rosa Prinzessinnenschloss verlassen und deinen Mund von da an, wo es nur geht und einigermaßen sicher ist, aufmachen. Es gibt kein Zurück, weil du dich – einmal erwacht – für nichts und niemanden mehr in den Dornröschenschlaf der weiblichen Unsichtbarkeit einlullen wirst.


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